42. Hofer Filmtage | 30 Premieren deutscher Filme und eine Werkschau aus USA


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25. September 2008

Aktuell aus der Frankenpost das Interview mit Heinz Badewitz. Leider ist der Kommentar zum Plakat etwas mißlungen. “Das Filmtage-Plakat wurde von einer Berlinerin entworfen. In den merkwürdigen Gebilden ist bei genauem Hinsehen jeweils eine „42“ zu erkennen.”

Doch hier zum Text und der ist dank Heinz sehr aufschlussreich.

„Das Programm wird noch besser sein als das sehr gute im letzten Jahr“, verspricht Heinz, Badewitz, der Chef der Internationalen Hofer Filmtage, für deren 42. Auflage. Vom 21. bis zum 26. Oktober geht das diesjährige Festival in acht Kinos über die Bühne.

Hof – Rund 65 lange Filme, darunter etwa 30 deutsche, und einige Dutzend Kurzfilme werden als Ur- und deutsche Erstaufführungen zu sehen sein.

„Die Qualität gerade auch des deutschen Films“, sagt Badewitz, „nimmt immer mehr zu.“ Bei internationalen Festivals sei er darum zunehmend gefragt; zugleich steige im Kino-Alltag der Anteil deutscher Produktionen. Ebenfalls stark im Aufwind sieht der Festivaldirektor den Dokumentarfilm. Auf voraussichtlich 16 Beiträge aus diesem Genre darf man sich bei den Filmtagen freuen. Mit dabei ist, aus Deutschland, eine Doku über Herbert Achternbusch („Bierkampf“), den die Stadt Hof im Jahr 1990 mit ihrem Filmpreis ehrte; aus der Schweiz kommt Felix Tissi mit einem „archäologischen Science-Fiction-Film“ über Menschen in der Wüste.

Wie immer tauchen auf der Liste der Regisseure und Regisseurinnen zahlreiche neue Namen auf. Aber auch alte Bekannte sind wieder dabei. Werner Schroeter, der 1996 den Hofer Filmpreis erhielt, zeigt sein neues, beim Festival in Venedig uraufgeführtes Werk „Diese Nacht“. Ebenfalls in Venedig war schon Christian Petzolds „Jerichow“ zu sehen, eine im Nordosten Deutschlands spielende Geschichte um zwei Männer und, natürlich, eine Frau (sie heißt Laura und wird gespielt von Nina Hoss); die FAZ lobte den Film als „Kammerspiel der Leidenschaften“. Hans-Christoph Blumenberg feiert mit dem Sommer-Abenteuer „Warten auf Angelina“ ein Comeback. Und auch Stammgast Rosa von Praunheim darf nicht fehlen: Sein „Rosa Riese“ ist ein Frauenmörder in der DDR.

Insgesamt kündigt Badewitz eine Fülle schöner und spannender Geschichten an – richtiges Erzählkino, in dem häufig vor allem die Bilder sprechen. „Das ist es ja“, betont der Filmtage-Chef, „was mir besonders am Herzen liegt.“ Von den europäischen Ländern werden neben der Schweiz auch Österreich, Frankreich, Großbritannien und Irland vertreten sein. Ein Film aus Israel („Strangers“) erzählt von der Begegnung eines Israelis und einer Palästinenserin während der Fußball-WM. Aus Neuseeland reist Vincent Ward an, dem 1984 in Hof eine kleine, sehr eindrucksvolle Retrospektive gewidmet war. Danach arbeitete er lange in Hollywood, jetzt ist er in seine Heimat zurückgekehrt, mit deren Geschichte er sich in dem Film „Rain of the Children“ beschäftigt.
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Wie immer stehen auch Beiträge aus den USA auf den Programm, darunter „Giving it up“ über zwei Ex-Gangster, die als Paparazzi auf Prominente Jagd machen. Die amerikanische Regisseurin und Drehbuchautorin Allison Anders stellt sich mit einer sechs oder sieben Filme umfassenden Werkschau vor. Ihre Karriere begann sie als Assistentin bei „Paris, Texas“ von Wim Wenders, dem Eröffnungsfilm des Hofer Festivals im Jahr 1984. Inzwischen hat sie Spielfilme wie die Tragikomödie „Gas Food Lodging“ – über eine Frau, die im Wohnwagen haust und in einer Spelunke kellnert, um ihre Töchter durchzubringen – und „Grace of my Heart“, die fiktive Biografie einer Songschreiberin, gedreht. Zu ihren Arbeiten zählen auch eine Episode des Films „Four Rooms“, an dem die Kultfiguren Quentin Tarantino und Robert Rodriguez beteiligt waren, und die Dokumentation „Wanderlust“ über amerikanische Independent-Regisseure.

Regie führte Allison Anders ferner bei einigen Folgen der TV-Serie „Sex and the City“. Dazu Heinz Badewitz: „Auch ambitionierte Künstler müssen Geld verdienen, um die Miete zu bezahlen.“

Quelle: Frankenpost – Hof / Ralf Sziegoleit

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